Ich distanziere mich ausdrücklich von jeglichen Spielarten des Neopaganismus, Rechtsextremismus und Neonazismus.

 

Diese Stellungnahme erscheint mir aus zwei Gründen nötig: Zum einen zieht die Beschäftigung mit dem "Germanischen Altertum" immer wieder und generell den Verdacht auf sich, mit den hier in Rede stehenden Strömungen in Verbindung zu stehen. Zum anderen erfordert eine Episode auf meinem persönlichen Lebensweg diese Distanzierung.

Als Schüler und Student habe ich in einer Black-Metal-Band gespielt und in diesem Kontext im Zeitraum zwischen 2002 und 2004 die Nähe neuheidnischer Organisationen gesucht. Meine zeitweilige Annäherung an diese Subkultur erfolgte aus religiösem Interesse und leidenschaftlicher Begeisterung für das Themengebiet, dem ich mich später als Wissenschaftler zuwandte. 2004 habe ich in einem Band-Interview neopagane Gruppierungen mit deutlich rechtsextremen Tendenzen gelobt. Dies war eine Verirrung und ein fundamentaler Fehler, den ich sehr bedauere. In diesen Kreisen werden wissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden negiert und Geschichts-Deutungen propagiert, die den Weg bereitet haben für den Zivilisationsbruch des Nationalsozialismus. Spätestens 2005 habe ich mich von dieser Szene und ihrem Gedankengut endgültig abgewandt und seit 2007 auch öffentlich im Internet davon distanziert.

Nicht zuletzt aufgrund dieser persönlichen Erfahrungen betrachte ich es heute als meine Aufgabe, durch Forschung, Lehre und außeruniversitäre Aktivität über die Indienstnahme der germanischen Geschichte durch extremistische Subkulturen aufzuklären und so einem Missbrauch dieses Themenfeldes entgegenzuwirken.  

 

Institut für Nordische Philologie

Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie und Provinzialrömische Archäologie

Ludwig-Maximilians-Universität München

Geschwister-Scholl-Platz 1

80539 München

 


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